Freiwillige Feuerwehr Marktredwitz

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Florian

Ausleuchten Tatort, Klingerstraße

Auf Anforderung der Polizei wurde ein Tatort in der Klingerstraße für deren Ermittlungen ausgeleuchtet. Weiterhin gab es Unterstützung bei der Verkehrsabsicherung.

Berichte Frankenpost, 26.11.2018:

Marktredwitz - Einen Messerangriff hat es am Sonntag gegen 16 Uhr vor dem Diakonie-Haus in der Klingerstraße direkt am Zugang zum Stadtpark gegeben. Laut Auskunft der Polizei ist bei der Tat ein Mann schwer verletzt worden und musste im Klinikum Marktredwitz operiert werden. Der Täter ist zwischenzeitlich gefasst.

Es ist einer der Tage mit den meisten Besuchern in Marktredwitz. Der Andreas-Markt lockt Menschen aus der ganzen Region in die Stadt. Auch am Weihnachtsmarkt im Stadtpark, der offiziell erst am Donnerstag beginnt, haben einige Buden geöffnet und ein Karussell ist in Betrieb. Viele Familien nutzen die Gelegenheit, erste Weihnachtseinkäufe zu erledigen, durch die Stadt zu bummeln und nebenbei noch einen Imbiss zu sich zu nehmen. Bis in die Abendstunden ist die Innenstadt brechend voll. Dennoch bekommt zunächst kaum jemand von dem schrecklichen Geschehen etwas mit.

Dem Vernehmen nach ist das Opfer ein 54 Jahre alter Autofahrer, der gegen 16 Uhr auf der Klingerstraße in Richtung Wunsiedel fuhr. Auf einmal ist offenbar ein Mann vor seinem Wagen gestanden. Als der 54-Jährige aussteigen und den Fußgänger zum Weitergehen auffordern wollte, muss die Situation eskaliert sein. Der Mann auf der Straße zog offenbar ein Messer und stach auf den Autofahrer ein. Wie die Polizei mitteilt, ist der Täter in Richtung Stadtpark, also in die Innenstadt, geflüchtet.

Opfer operiert

Die von Passanten informierten Rettungskräfte haben den Schwerverletzten ins Klinikum gebracht, wo er operiert wurde. Über den Gesundheitszustand des Opfers ist bislang nichts bekannt. Der schwarze Mercedes-Kombi mit Hofer Kennzeichen des Opfers stand die Nacht über auf der Klingerstraße beim Stadtpark.

Nur rund 150 Meter entfernt vom Tatort befindet sich ein Glühweinstand, an dem sich am Nachmittag zahlreiche Gäste aufwärmen. "Wäre nicht die Polizei gekommen, um uns zu befragen, hätten wir nichts bemerkt", sagt Standbetreiber Rüdiger Grenzdörffer. Genaueres wisse er daher auch nicht.

Fahndung

Bis in den späten Abend hinein hat die Polizei die Klingerstraße und den Tatort weiträumig abgesperrt. Die Polizei fahndete den gesamten Abend mit starken Kräften in der gesamten Region nach dem flüchtigen Täter. Zunächst hatten die Beamten des Kriminaldauerdienstes die Ermittlungen aufgenommen. Im Laufe des Abends sind auch Spurensicherer der Kriminalpolizei Hof hinzugekommen, die den Tatort unter die Lupe nahmen. Unterstützt wurden die Spezialisten von den Aktiven der Marktredwitzer Feuerwehr, die um 21.15 Uhr den Tatort ausleuchteten. Erst im gleißenden Licht wird deutlich, wie viel Blut das Opfer bei dem Angriff verloren hat. Auf dem Parkplatz neben der Straße ist eine größere Blutlache zu sehen. Einer der Spurensicherer erläuterte, dass fast alle Gegenstände auf und neben dem Tatort für die Fahndung relevant seien.

Offenbar im Zusammenhang mit dem Messerangriff hat es auch einen Polizeieinsatz in dem Gebäude gegeben, in dem die Moschee des Islamischen Kulturvereins untergebracht ist. Mehrere Beamte gingen am Abend in das Haus. Hier befinden sich einige Privatwohnungen, die nicht mit der Moschee oder dem Kulturverein in Zusammenhang stehen. Wie der Vorsitzende des Vereins, Celal Öztürk, am späten Abend auf Nachfrage der Frankenpost sagte, hat die Polizei auch ihn befragt, "weil ein offenbar südländisch aussehener Mann" gesucht werde. "Wenn wir der Polizei helfen können, tun wir das gerne." Allerdings habe er keine Angaben machen können.

Oberbürgermeister geschockt

Geschockt von dem Messerangriff war auch Oberbürgermeister Oliver Weigel. "Das ist doch Wahnsinn, dass so eine Tat passieren kann", sagte er. Weigel ist gegen 15 Uhr von seinem letzten Termin an dem Wochenende nach Hause gekommen und ist am späten Nachmittag von der Polizei über den Vorfall informiert worden. "Es ist schade, dass so ein trauriger Höhepunkt den an sich so schönen Tag beendet. Unsere Stadt war so voll mit Besuchern wie lange nicht mehr. Ich habe viele glückliche und friedliche Menschen gesehen - und dann so etwas." Sein Mitgefühl gelte dem Opfer. "Ich hoffe, dass er die schreckliche Tat übersteht." Weigel ist sofort zum Tatort geeilt, nachdem er informiert worden ist. Auch im Laufe des Abends hat er mehrfach mit der Polizei telefoniert.


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